in Wort und Bild

Ich habe von BoD die Information erhalten, dass die neue Auflage nun zur Verfügung steht. Google Books hat auch die Preview schon. Und: Für ein paar Wochen sind Buch und eBook ermäßigt.
Wer also Lust hat und bislang noch schwankte …

Während ich auf die Distribution wartete, war ich auf Urlaub in Portugal: Lissabon und Porto. Hier ein paar Eindrücke.

Erstmal aus Lissabon:

und aus Porto:

Bevor ihr fragt: Ja, ich war in der Buchhandlung Livraria Lello. Der (angeblich) schönsten Buchhandlung der Welt. 4 Euro Eintritt, das Ticket kann man am gleichen Tag als Gutschein nutzen (ein Gutschein pro Buch, aber wirklich nur ein Buch, keine Notizbücher oder sonstiges). Bei 90% in portugiesisch ist’s zwar für Touristen mäßig sinnvoll, aber man kann sagen, man hat die Buchhandlung von innen gesehen.

Portugal hat Handwerkstraditionen, die nach wie vor gepflegt und hochgehalten werden. Sei es Fado, die örtliche Musik, oder Handwerkskunst mit und rund um Kacheln. Dazu muss man sagen, dass sich or Jahrhunderten dank Verbindungen nach Asien das Blau sehr start etabliert hat. Blau ist dank Lapislazuli eine sündhaft teure Farbe. Etwas in Blau gehaltenes zu haben, galt demnach als Statussymbol. Wobei auch in der Kachelkunst andere Farben und Muster Einzug gehalten haben.

„Die Portugiesen haben einen an der Kachel“, war zwischendurch meine Erkenntnis. Diese aber durchaus positiv gemeint.

Neben Kacheln sind der Hahn und die Schwalbe beliebte Symbole und praktisch überall zu finden. Nebst Blumenmustern. Aber die sind irgendwie weltweit typisch.

Die Eindrücke aus acht Tagen Portugal habe ich, gemäß Retroromantik, auf Papier festgehalten:

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danke — setzen

„Fetzen*, setzen“, sagten wir aus Spaß in der Schule.
Zum Glück wurde aus Spaß nicht immer Ernst.

Ernst wird es unter Druck. Also: Im Druck.
„(v)erleiden“ habe ich ursprünglich setzen lassen. Kostet Geld und irgendwie hat man es doch geschafft, im Buchsatz noch Fehler unterzubringen. „Nur“ Satzfehler, aber dennoch.

Daher habe ich mich neulich intensiver mit Scrivener auseinandergesetzt, das Buchformat samt Platz zum Rand bestimmt, mir die Seitenansicht anzeigen lassen und „(v)erleiden“ selbst gesetzt. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man auch diesen Arbeitsschritt nicht mehr zwingend aus der Hand geben muss.

Ich achtete unter anderem auf:

  • Blocksatz
  • Einrückung von Briefkopf und dem ersten Absatz entfernen
  • nicht zu weit auseinander gezogene oder gequetschte Zeilen
  • korrekte Silbentrennung
  • Schusterjungenregel (Schusterjunge und Hurenkind)

Dann war da noch die Sache mit den Seitenzahlen. Scrivener kann hier sehr genau differenzieren, welche Seiten eines Kapitels wo die Seitenzahl haben sollen. Nebst dem Fauxpas, dass die letzte Seite, eine leere Seite, trotz abgehakter Checkbox bei „blank pages“ in der Option „No header or footer on“.

Und weil der Buchblock (das gesetzte Werk) aus produktionstechnischen Gründen eine Seitenzahl, die durch vier teilbar ist, braucht und es sich in meinem Buchblock nicht ganz ausgeht – ich habe nicht jede Seite verglichen und meinen Buchsatz an den gekauften angepasst – gibt es am Ende noch ein paar Worte von mir an die Welt.

Mir hat die Arbeit übrigens Spaß gemacht. Dass das nicht jedem so geht, habe ich an dem „Uhhh, furchtbar“ einer lieben Freundin gemerkt.

–––
* österreichisch für „Pintsch**“, also „’ne Fünf“
** OK, war auch österreichisch :-X

ich lebe unter den Weilenden

Zunächst einmal:
Es war Lange Nacht der Bücher. Und ich war dabei.

Gelesen habe ich ausnahmsweise nichts. Vor allem nicht »(v)erleiden«. Aber: Ich habe ein Autogramm von Gunkl – alias Günther Paal – eingeheimst.

Dann bin ich ein Schreibutensilienfreak, wie man hier sehen kann.
Ich hatte ursprünglich ein sogenanntes Rollmäpchen, aber erstens über Dawanda bezogen und zweitens hatte es einen kleinen Nachteil. Die Plätze für die Stifte waren nicht tief genug, sodass auch die schöne Füllfeder und der Rollerball von Franz Zetzl auch hängen geblieben wären.

Daher musste ein neues her.
Und wer käme besser dafür in Frage, als meine Freundin?
Niemand. Also machten wir uns dran.

Und zu guter Letzt ist in »parallel« auch etwas weiter gegangen.
Ich verrate nur nicht, ob dieser Teil vor oder nach jenem Auszug kommt.

David saß allein daheim, seine Mutter war noch in der Arbeit, der Fernseher tat sein Bestes, David zu bespaßen, und versagte. Lustlos, beinahe apathisch, beschäftigte sich David mit seinen Gebilden aus Lego. Er zerlegte sie und baute sie verändert wieder auf. Die Hände sind beschäftigt, die Tätigkeit kurzweilig, David wollte sich die Zeit vertreiben. Mehr noch: David wollte, dass die Zeit verschwindet. Es gab nichts, worauf er wartete, nichts worauf er sich kurzfristig freuen hätte können.
Jeder Blick auf die Uhr, auch wenn sie gefühlt Stunden auseinander lagen, bescheinigten ihm das Verstreichen von zwanzig, vielleicht dreißig Minuten.
In Gedanken sprang er von seinen Eltern, die sich stritten, zu Moritz, dem er seine Wut gerne an den Kopf werfen würde.
»Was passt dir auf einmal nicht an mir?«
»Wir haben die meiste Zeit gemacht, was du wolltest!«
»Arschloch!«
Seine Hände begannen zu zittern. Seine Tätigkeit litt darunter. Er fühlte seine Konzentration schwinden. Aus dem Fernseher kam Kinderprogramm, etwas, das ihn zusätzlich ärgerte, denn er empfand es als monotone Hektik, bunt, rasch, doch immer das Gleiche.
Seine Gedanken boten keinen Schutz vor der Wirklichkeit, die Wirklichkeit keine Ablenkung von seinen Gefühlen.
David spürte, wie sein Puls stieg. Seine Hände hatte er kaum mehr unter Kontrolle. Er artikulierte seine Wut nicht mehr in Gedanken, sondern laut und immer lauter. Bis er seinen Schreibtisch anschrie.
»Scheiß Welt! Ich hab euch nichts getan!«
Seine Haut, seine Gelenke, seine Knochen fühlten sich … taub an. Sie verlangten nach einem Reiz. Er ballte die Hände zu Fäusten, vergrub die Fingernägel im Handballen, doch sie waren zu kurz geschnitten. Er verlangte nach Schmerz.
Kaum war das Verlangen in seinem Kopf aufgetaucht, knallte seine Fäuste gegen die Schläfen. Links, rechts, links, rechts, … Er schmiss alles, was er vor sich auf dem Tisch zu fassen bekam, in weitem Bogen auf den Boden.
Sein Kopf traf die Tischplatte.
Er stand auf, ging im Zimmer auf und ab, trat den Kasten und schlug mit dem Kopf dagegen.
Mit hochrotem Kopf und Tränen, die er schon im Auge spürte, sank er zu Boden.
David zog die Knie an den Körper, vergrub sein Gesicht und hielt die Hände schützend über den Kopf.
»Was haben die alle gegen mich?«
Der Satz verließ seinen Mund mit zitternder Stimme.
Minuten später blickten seine roten, glasigen Augen auf das Chaos in seinem Zimmer. Das Bewusstsein, dass hier einiges zerstört und für immer verloren am Boden lag, verursachte Bauchschmerzen.

Intermezzo

Stimmt, ich wollte mehr schreiben. Die gute Nachricht: Das mache ich. Die schlechte: nicht hier. Also nicht im Blog. Ich schreibe am neuen Buch weiter, habe das erste an drei, vier, mehr Stellen verbessert und sinniere über einem weiteren Text für einen Bewerb. Nicht, dass ich an Chancen glaube oder daran fertig zu werden …

Das ist das Schlimme an Urlaub. Man hat so viel Zeit, nimmt sich so viel vor und am Ende müsste man den Job hinschmeißen, damit es sich ausgeht.

Nebenbei stehe ich mit dem Kulturzentrum Schmelze für eine weitere Lesung in Kontakt und überlege auch bei anderen kleineren Buchhandlungen mal anzufragen. Nur welchen? Daher erst mal die Überlegung.

Arbeit, Arbeit, Lesung, Arbeit

Ja, schon wieder ein Titel mit Aufzählung.

Man kommt als Autor nicht zu Ruhe. Das nächste Buch ist am Entstehen, das erste will beworben werden, dazwischen kommt mal eine Lesung (ja, eine, in Wien 21, Kulturzentrum Schmelze) und Devotionalien braucht man immerhin auch.

Zunächst mal eine Tasse, ein Lanyard und Lesezeichen.

Besonders freue mich mich auf die Lesung. Meine erste. Wobei der Begriff der Freude euphemistisch gemeint ist. Stehe ich doch ungern im Rampenlicht. Und laut lesen? Das habe ich noch aus der Schulzeit in Erinnerung und war mir damals schon ein Graus. Aber da muss ich durch.

Ich habe mir zehn Kapitel hergerichtet. Die Kapitel in meinem Buch »(v)erleiden« sind recht kurz, das macht die Anzahl wieder wett. Es will ja niemand die ganze Nacht auswärts mit einem Roman verbringen.

Ich erwäge eine Frage/Antwort-Halbestunde und ein oder zwei Rauchpausen.

Es sind sicher noch Plätze frei und jeder herzlich eingeladen.