bekannte Gefilde

Liebe Stephanie,

Meine Reise ist leider schon zu Ende.
Die Ruhe, die ich suchte, habe ich nur bedingt gefunden.

img_1582-1

Ich ließ den Alltag hinter mir, um mich dem Unbekannten hinzugeben. Ich verließ die Umgebung, die meinen Kopf nicht mehr anzustrengen vermochte. Und ich traf auf neue Eindrücke. Viele neue Eindrücke. Zu viele, wie mir klar wurde. Der Kopf ist voll mit Neuem, müht sich ab, das Gesehene, Gehörte und Geschmeckte zu sortieren, zu vergleichen, zu bewerten.

Ich wollte den Gedanken freien Lauf lassen. Die rissen aus und galoppierten davon, wie die Pferde, auf deren Fluchtversuche die Worte Eskapaden und im Endeffekt auch der Eskapismus zurückgehen. Meine Gedanken kehrten am Abend wieder Heim, um in meinem Kopf zu schlafen. Es ist ein schönes Gefühl den Übergang vom Tag zur Nacht zu erleben, zu sehen, wie sich der große rote Feuerball ins Meer stürzt, und dabei die Bilder, die sich untertags angesammelt hatten, Revue passieren zu lassen. Endlich ist es dunkel genug, sodass sie wieder an die Oberfläche können und nicht von Neuem zurückgehalten werden.

img_1586-1

Doch die Reise war zu kurz. Viel zu kurz. Oft habe ich mir gewünscht, ich würde nicht an einem Roman arbeiten, sondern Kurzgeschichten schreiben. Aus jedem Bild ließe sich eine machen. Viele kleine Geschichten, die ein großes Ganzes ergeben. Oder vielleicht auch nicht. Wie es sich ergibt.

Für einen Roman wären die vielen gedanklichen Ausflüge, hätte ich sie zu Papier gebracht, nur Inkonsistenzen gewesen. Stattdessen suche ich Beständigkeit, damit mein Kopf in die Geschichte eintauchen kann. Eine dritte, vierte, fünfte Woche hätte mir gefallen. Die klassische Sommerfrische eben.

img_1580-1

So bin ich wieder im Alltag angekommen.
Der Ausblick ist nicht mehr vom Strand aus, sondern vom Balkon. Der Ausblick ist nicht mehr aufs Meer, sondern die Ausläufer des Großstadtdschungels. Die Abendsonne streift mich noch, das Verschwinden des tiefroten Balls muss ich mir allerdings wieder vorstellen.

Ich habe nun wieder ein Wohnzimmer, das ich mit Musik fluten kann. Johannes Girmindl, Buntspecht und auch Portishead, meine Stütze für den ersten Roman, helfen mir über die Leere des Zimmers hinweg und kreieren eine für mich nötige Untermalung, die mir, so widersinnig es auch klingen mag, bei der Konzentration hilft.

P.S.: Dein Einhorn ist mir leider nicht über den Weg gelaufen. Ich bleibe aber nicht lange im Lande. Bald Habenichts wieder die Gelegenheit nach ihm Ausschau zu halten.

———

Aus der Reihe „literarische Briefe“, einem Gemeinschaftsprojekt mit Bloggerin Effi

Werbeanzeigen

in Wort und Bild

Ich habe von BoD die Information erhalten, dass die neue Auflage nun zur Verfügung steht. Google Books hat auch die Preview schon. Und: Für ein paar Wochen sind Buch und eBook ermäßigt.
Wer also Lust hat und bislang noch schwankte …

Während ich auf die Distribution wartete, war ich auf Urlaub in Portugal: Lissabon und Porto. Hier ein paar Eindrücke.

Erstmal aus Lissabon:

und aus Porto:

Bevor ihr fragt: Ja, ich war in der Buchhandlung Livraria Lello. Der (angeblich) schönsten Buchhandlung der Welt. 4 Euro Eintritt, das Ticket kann man am gleichen Tag als Gutschein nutzen (ein Gutschein pro Buch, aber wirklich nur ein Buch, keine Notizbücher oder sonstiges). Bei 90% in portugiesisch ist’s zwar für Touristen mäßig sinnvoll, aber man kann sagen, man hat die Buchhandlung von innen gesehen.

Portugal hat Handwerkstraditionen, die nach wie vor gepflegt und hochgehalten werden. Sei es Fado, die örtliche Musik, oder Handwerkskunst mit und rund um Kacheln. Dazu muss man sagen, dass sich or Jahrhunderten dank Verbindungen nach Asien das Blau sehr start etabliert hat. Blau ist dank Lapislazuli eine sündhaft teure Farbe. Etwas in Blau gehaltenes zu haben, galt demnach als Statussymbol. Wobei auch in der Kachelkunst andere Farben und Muster Einzug gehalten haben.

„Die Portugiesen haben einen an der Kachel“, war zwischendurch meine Erkenntnis. Diese aber durchaus positiv gemeint.

Neben Kacheln sind der Hahn und die Schwalbe beliebte Symbole und praktisch überall zu finden. Nebst Blumenmustern. Aber die sind irgendwie weltweit typisch.

Die Eindrücke aus acht Tagen Portugal habe ich, gemäß Retroromantik, auf Papier festgehalten: