Es is a Wengal her, …

Ein Update aus der Höhle.

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… dass ich das letzte Mal hier etwas geschrieben habe.

In der Zeit, die verstrichen ist, hat sich der Sommer gen Süden vertschüsst, ist der Herbst durchgerauscht, hat der Winter kurz vorbeigeschaut (ihm war zu kalt, daher ist er wieder weg) und die Uhren wurden umgestellt.

Ich wollte mit „parallel“ früher fertig werden. Scheinbar hat’s mir am Meer die Muse für den Roman davongespült, Im Herbst hat mich wieder die Uni okkupiert, und irgendwie war die Zeit schneller flott, als befürchtet habe.

Der Roman ist einigermaßen fertig. Zwei Kapitel sind es noch. Theoretisch nicht viel zu tippen, aber die Handlung will überlegt sein. Dazu das Cover …
„Es is’ a G’frett“, wie wir Wiener sagen. Laut wiener Sagen.

Ich fühle mich in etwa so, wie meine Katze damals, als sie nicht mehr vor & zurück wusste. Aber sehr selbst:

Nun steht aber der Jahreswechsel vor der Türe und ob wir wollen oder nicht, wir lassen ihn herein. Die meisten freuen sich auf ihn. Sie erhoffen Neues, wollen Altes vergessen machen oder gar vergessen wissen, schmieden Pläne oder einfach nur Vorsätze.

Ich hoffe, Ihr, meine lieben Leser, habt die Feiertage gut überstanden.
Ich für meinen Teil habe die vergangenen Tage so zusammengefasst:

Und gebe auch noch Ratschläge, damit ihr das neue Jahr auch wirklich erreicht.

so viele Hochzeiten und die Schuhe sind schon kaputt

Der zweite Abschnitt ist beendet.
Mein Protagonist saß vor der Prüfungskommission der Reifeprüfung. Matura, auf gut Österreichisch. Wie es ihm da ging? Vermutlich wie fast allen:

Und plötzlich war sie da, die große Prüfung.
Vierundzwanzig Schüler grübelten und schwitzten für Stunden über den seitenlangen Angaben und Aufgaben.
David fetzte seine Texte in grober Schrift aufs Papier. Es war ihm gleich, was rauskam. Positiv, so dachte er, wird es schon. Alles andere ist egal. Mathematik war das Angstfach schlechthin. Das Klischee kommt nicht von ungefähr. Seine Klassenkollegen schienen einigermaßen gut vorbereitet. Sein teils fragender, teils hilfesuchender Blick, den er durch die Klasse schweifen ließ, fing nur Personen ein, die über die Zettel gebeugt am Schreiben und Rechnen waren. David saugte sich Antworten aus den Fingern. Was halt mit »Kenne ich schon« im Hinterkopf möglich war.
Ähnlich erging es ihm in den naturwissenschaftlichen Fächern. Er antwortete, aber wie gut vermochte er nicht zu sagen.
Die Hitze, die von draußen durch die gekippten Fenster strömte, machte das Denken nicht einfacher.
Man fand sich sukzessive vor dem Klassenzimmer zusammen, diskutierte die Fragen und Antworten, und verglich sich miteinander.
David verließ nie als erster, aber auch nicht als letzter den Prüfungsraum. Er wollte unauffällig im Mittelfeld mitschwimmen. Zumindest, wenn es um den Zeitpunkt der Abgabe – oder besser Aufgabe – ging.
Zwei Wochen und ein halbes Dutzend Prüfungen später trudelten die Noten ein. Zu seiner Überraschung fielen Davids Ergebnisse nicht so schlimm aus, wie befürchtet. Das Mittelfeld ist es geworden. Mit ein paar soliden Dreiern ging er in die mündlichen Prüfungen.
Die hasste er genauso, wie er Beispiele an der Tafel rechnen, zeichnen oder aufschreiben hasste. Er stand im Mittelpunkt und sah sich schon im Vorfeld mit Angriffen konfrontiert, sie ihn theoretisch dazu bringen sollten, die Auseinandersetzung mit einem Thema zu verbalisieren. Theoretisch, denn unter Stress konnte er nicht denken. Er dachte nur an die Türe hinter sich. Und zu allem Überfluss saßen zwei Klassenkollegen mit im Raum, die sich ihrerseits auf ihre Prüfungen vorbereiten.
»Die reden sicher nachher«, dachte er sich, als er mit leisem Ton auf die Fragen antwortete.
Den genervten Blick des Prüfungsvorsitzenden hätte David auch im Finsteren lesen können. Aber David sprach in knappen Sätzen und entsprechend viele Nach- und Rückfragen gab es auch von Seiten der Lehrer.
Sein Magen rebellierte gegen jede Bewegung, die Nervosität ließ ihn über das Maß hinaus schwitzen, seine Atmung wurde flacher und schneller. Er ging prinzipiell bevor er dran war auf die Toilette. Nachher auch. Und nachher verweilte er die eine oder andere Minute länger. Es war nicht sehr angenehm, aber als Rückzugsort optimal. Hierher folgte ihm niemand. Hier war es ruhig. Er musste nur seine Gedanken bei sich halten.

Im nächsten und letzten Teil ist er endlich erwachsen und hat einen Job.
An den Details feile ich noch. Nur so viel sei verraten: Er schleppt seine Schulzeit immer noch mit sich herum.

Ich plane im Herbst fertig zu werden. Drei Dinge machen mir das Leben nur gerade nicht leicht: Erstens meine berufsbegleitende Ausbildung, zweitens mein Notebook, das zur Zeit wieder Zicken macht (laut interner Hardware-Diagnose ist es nicht die Hardware, also spinnt MacOS) und drittens ist im Brotberuf viel los, sodass ich tagsüber den Kopf nicht frei bekomme, was sich leider gelegentlich in die Abendstunden zieht.
(Womit wir bei der Überschrift wären. Ich tanze zur Zeit auf vielen Hochzeiten. Auf zu vielen, habe ich manchmal das Gefühl.)

Im Grunde müsste ich mich zusammenreißen und sechs Monate mit ganz wenig Schlaf auskommen – quasi „Augen zu und durch“ –, dann sollte es klappen. Schwierig wird es, wenn man gleichzeitig versucht vom Kaffee wegzukommen, den ich eindeutig in zu großen Mengen in mich hinein kippe.